Orthesen untere Extremitäten

Orthesen untere Extremitäten

Orthesen für die unteren Extremitäten umfassen die Versorgung von Hüfte und Becken, Knie, Fuß und Sprunggelenk.

Die Orthesen sind funktionssichernde, körperumschließende oder körperanliegende Hilfsmittel, die von ihrer physikalischen/mechanischen Leistung konstruktiv stabilisieren, immobilisieren, mobilisieren, entlasten, korrigieren, retinieren, fixieren, redressieren (quengeln, wachstumslenkend, fehlstellungsumlenkend) und ausgefallene Körperfunktionen ersetzen.

Es können auch mehrere Eigenschaften kombiniert auftreten, insbesondere dann, wenn therapeutische und behinderungsausgleichende Maßnahmen gleichzeitig erforderlich sind.

Arten der Orthesen für die unteren Extremitäten

AFO (Ankle Foot Orthosis)

Eine AFO wird im Deutschen meist als Unterschenkelorthese oder Knöchel-Fuß-Orthese bezeichnet. Das Gelenk in der Orthese übernimmt die Funktion des Knöchelgelenkes oder Funktionen, die der Fuß nicht mehr eigenständig ausführen kann (Anheben). Eine AFO reicht maximal bis zum Knie, spart dieses aber aus. Je nach Anforderung ist eine AFO vorkonfektioniert oder maßgefertigt.
Entscheidend sind die Möglichkeiten, die das Orthesengelenk bietet. Es kann eine fußhebende Wirkung haben, die Dorsalextension (Streckung des Fußes Richtung Schienbein) und die Plantarflexion (Beugung des Fußes Richtung Boden) beeinflussen.

KAFO (Knee Ankle Foot Orthosis)

Bei einer Ganzbeinorthese geht die Konstruktion über das Knie hinaus. Der Fokus liegt auf dem Gelenk, welches auf Kniehöhe eingesetzt wird. Dabei wird zwischen frei beweglichen, gesperrten und automatischen Systemkniegelenken unterschieden. Die Auswahl der Gelenke richtet sich immer nach der Indikation des Patienten.

KO (Knee Orthosis)

Die Knieorthese umschließt ausschließlich das Knie. Im Gegensatz zu einer KAFO oder AFO gibt es kein Gelenk auf Knöchelhöhe. Knieorthesen werden (postoperativ) zum Schutz und zur Entlastung des Kniegelenkes eingesetzt. Schmerzen im Knie können so wesentlich gelindert werden. Häufige Indikationen sind bspw. Verletzungen des Kreuzbandes, Verletzungen des Kapselbandapparates und Meniskusverletzungen.

HIP (hip orthosis)

Diese Orthesen stabilisieren das Hüftgelenk und sorgen für eine Einschränkung der Rotation. Sie berücksichtigen die knöchernen und muskulären Gegebenheiten gleichermaßen. Sie sichern die knöchernen Strukturen des Hüftgelenkes durch ein 3-Punkt- Prinzip und unterstützen gleichzeitig die hüftumspannende Muskulatur.

Bezeichnungen, die im Zusammenhang mit Unterschenkelorthesen verwendet werden, können irritierend sein. Meist beschreiben sie die AFO noch etwas genauer in ihren Eigenschaften. Eindeutige Definitionen gibt es allerdings nicht. Hier finden Sie einen Überblick über die häufigsten Bezeichnungen:

DAFO (engl. Dynamic Ankle Foot Orthosis)

Dynamische Unterschenkelorthese

FRAFO (engl. Floor Reaction AFO)

Starre Orthese mit ventraler Schale

HAFO (engl. Hinged AFO)

Orthese mit dorsaler Schale

PLS- AFO (engl. Posterior Leaf Spring AFO)

Unterschenkelorthese mit Blattfeder hinter der Achillessehne

SAFO (engl. Solid Ankle Foot Orthosis)

Starre Unterschenkelorthese

SMO (supramalleoläre Orthese)

Knöchelübergreifende Orthese, kann dynamische Eigenschaften aufweisen

Geh- und Bewegungsschule Letts Fit

Versorgungsbeispiele

TR-Ringorthese

Die TR-Ringorthese wird bei Kindern eingesetzt mit reversiblen Knickplattfüssen.

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Dynamische Fuß-Orthesen nach Nancy Hylton

Diese Orthesen finden hauptsächlich Verwendung bei der Behandlung von Patienten mit zerebralen Bewegungsstörungen.

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Fersenentlastungsorthese nach Settner/Münch

Die neu konzipierte Fersenentlastungsorthese dient zur funktionellen Nachbehandlung von Fersenbeinfrakturen, unabhängig vom Frakturtyp und primärer Behandlung, bei ein- oder doppelseitigen Fersenbeinfrakturen.

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Knieorthesen

Knieorthesen werden sehr häufig nach Verletzungen im Bereich des Kniegelenkes eingesetzt. Sie dienen der Stabilisierung und limitieren den Bewegungsumfang des Gelenkes.

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Ganzbeinorthesen mit Gelenken in Carbonfasertechnik

Die Individualität der Patienten und deren Krankheitsbilder erfordern ein breitgefächertes Spektrum an Versorgungsmöglichkeiten.

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Versorgung mit Kontraktur- und Lagerungsorthesen

Kontrakturen sind Bewegungs- und Funktionseinschränkungen von Gelenken. Sie entstehen durch eine Verkürzung umliegender Weichteile wie Muskeln, Sehnen oder Bänder und können durch neurologische Erkrankungen ebenso entstehen wie durch Lagerungsproblematiken.

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Wassertransferdruck

Eine schöne Art seine Orthese oder Prothese zu designen und in Szene zu setzen.

Der Wassertransferdruck ist eine Beschichtungstechnologie, in der Oberflächen mit unterschiedlichen Mustern und Dekoren veredelt weden. Das Verfahren ist in vielen Bereichen der Orthopädietechnik des Sanitätshauses Lettermann einsetzbar. Dreidimensionale und komplex geformte Teile können nahezu nahtlos und kunstvoll, in einem individuellen Design, beschichtet werden.