Lipödem Kompressionstherapie

Lipödem Kompressionstherapie

Das Lipödem ist eine chronische und meist fortschreitende Fettverteilungsstörung, die durch die symmetrische Vermehrung des Unterhautfettgewebes gekennzeichnet ist. Sie tritt fast ausschließlich bei Frauen auf, wird oftmals genetisch vererbt und beginnt erst nach der Pubertät. Betroffen ist überwiegend die untere Körperhälfte. Die Fettvermehrung betrifft zunächst den Oberschenkel-, den Gesäß- und den Hüftbereich. Außerdem können auch die Unterschenkel und/oder die Oberarme an Umfang zunehmen. Besonders auffällig - insbesondere bei Normalgewichtigen - ist die Disproportion zwischen schlankem Oberkörper und voluminöser unterer Körperhälfte. Die Fettverteilungsstörung ist in den meisten Fällen mit Schmerzen verbunden. Betroffene sind oft sehr berührungsempfindlich. Bei nur kleinen Stößen kann es zu blauen Flecken bzw. Blutergüssen kommen.

Vermutlich wird das Lipödem von hormonellen Prozessen ausgelöst, daher sind überwiegend Frauen betroffen. Potentielle Auslöser sind die Pubertät, Schwangerschaften oder die Wechseljahre.

Behandlungsmöglichkeiten

1. Kompressionsversorgung

Kompressionsversorgungen können die Begleiterscheinungen Deines Lipödems reduzieren und für mehr Wohlbefinden sorgen. Dafür werden Ihnen flachgestrickte Strümpfe nach Maß angepasst, die regelmäßig getragen werden müssen, um den Therpieerfolg zu sichern. Kompressionsversorgungen werden vom Arzt verschrieben. Kontaktiere Deinen Arzt für eine entsprechende Verordnung. Vorteile einer Kompressionstherapie:

  • Reduktion von Beschwerden und Schmerz durch Unterstützung des Gewebes
  • Ausgleich von Gewebeungleichheiten und damit Reduktion von mechanischen Belastungen und Erhöhung der Mobilität
  • Ödemreduktion
2. Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)

Zur konservativen Therapie, auch genannt KPE, zählen verschiedene Maßnahmen, wie MLD, Kompression, Hautpflege und Bewegungstherapie. Ziel ist es, das angestaute Flüssigkeitsvolumen (Ödem) aus dem Gewebe zu entfernen (Entstauungsphase) bzw. weitere Flüssigkeitsansammlungen zu vermeiden (Erhaltungsphase). In sehr frühen Stadien des Lipödems kann bereits die Entstehung eines solchen orthostatischen Ödems allein nur durch das Tragen von gut angepassten Kompressionsversorgungen minimiert bzw. verhindert werden.

3. Manuelle Lymphdrainage (MLD)

Die MLD ist eine spezielle Art der Massage. Hier werden gezielte Griff-, Verschiebe- und Drehtechniken angewendet, um somit Ihre Berührungsschmerzen zu lindern. Sie entstaut das Gewebe von der eingelagerten Lymphflüssigkeit und bringt Ihnen ebenfalls Erleichterung.

Studien sprechen der MLD sogar eine schmerzlindernde Wirkung zu. Die Therapie wird vom Arzt angeordnet und von speziell ausgebildetem Personal, zum Beispiel einem Physiotherapeuten, ausgeführt.

4. Liposuktion

Bei einem weiteren Fortschreiten der Erkrankung und den damit einhergehenden physischen und psychischen Einschränkungen wird oftmals ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen, um die wesentlichen Beschwerden zu reduzieren. Die Liposuktion (Fettabsaugung) kann im Einzelfall zu einer Schmerzlinderung beitragen. Das Tragen einer Kompression wird aber auch nach einer Liposuktion dringend empfohlen, da die operative Maßnahme keinen Einfluss auf die Ödemneigung hat.